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Winterjasmin

Jasminum nudiflorum

Auch bekannt als: Nacktblütiger Jasmin, Gelber Winterjasmin, Echter Winterjasmin

Winterjasmin - Zierstrauch und Klettergehölz

Der Winterjasmin punktet mit seinen gelben Blüten, die oftmals mitten im Winter im Januar aus der Schneedecke heraus schauen. Er ist sehr pflegeleicht und robust, lässt sich als bogig überhängender Zierstrauch, aber auch als spreizklimmendes Klettergehölz kultivieren.

Heimat und Ursprung von Jasminum nudiflorum

Der Winterjasmin hat sein natürliches Verbreitungsgebiet in den nördlichen und westlichen Provinzen Chinas wo er im Gebirge in Höhen zwischen 800 und 4.500m ü. NN in Schluchten und an Berghängen wächst. Er wurde aber bereits Mitte des 19.Jahrhunderts in Europa eingeführt. Dort wurde der Winterjasmin bald als Zierstrauch in den gemäßigt-warmen Regionen in Parks und Gartenanlagen kultiviert. In Frankreich ist er inzwischen verwildert.

Botanische Angaben zum Winterjasmin

Der Winterjasmin gehört zur Familie der Ölbaumgewächse. Der Winterjasmin ist der einzige Vertreter der Gattung Jasminum, der in Mitteleuropa winterhart ist.

Der Winterjasmin ist ein ausladender Strauch mit bogig überhängenden bis niederliegenden Zweigen. Sobald die Zweige Bodenkontakt bekommen, schlagen sie Wurzeln. Dadurch bildet der Winterjasmin, wenn er nicht regelmäßig zurecht gestutzt wird, dicht durcheinander wachsende Büsche. Als Spreizklimmer kann er aber auch ohne Kletterhilfen rund 2 bis 3m, mit Klettergerüst sogar bis zu 5m in die Höhe klettern.

Die Zweige haben eine grüne, dünne Rinde  und sind im Querschnitt vierkantig.  Die Laubblätter sind gegenständig an den Zweigen angeordnet. Sie sind glänzend grün gefärbt und dreiteilig gefiedert. Jedes Fiederblättchen wird bis zu 3cm lang. Die Blätter werden im Herbst abgeworfen.

Bereits ab Januar, mancherorts sogar – wenn es mild genug ist – schon im Dezember erscheinen die gelben Blüten, oftmals sogar inmitten einer Schneedecke. Die Blüten sitzen einzeln an den noch kahlen, unbelaubten  Zweigen des Vorjahres. Darauf bezieht sich der wissenschaftliche Artname nudiflorum, das bedeutet „nacktblütig“.

Winterjasmin im Januar in voller Blüte

Winterjasmin im März – bereits wieder verblüht

Im Gegensatz zu anderen Jasmin-Arten duften die Blüten des Winterjasmins nicht. Die Blüten können bei starkem Frost erfrieren, treiben aber bald wieder aus. Die Blüten setzen sich aus je fünf bis sechs Kelch- und Kronblütenblättern zusammen.

Blütenknospe des Winterjasmins

 

Die zitronengelben Blüten des Winterjasmins sind fünfzählig – sie haben 5 Kelch- und 5 Kronblütenblätter.

Die Kelchblätter sind grün, die zu einer Krone zusammen gewachsenen Blütenblätter dagegen leuchtend zitronen-gelb.  Jede der zwittrigen Blüten hat 2 Staubblätter und einen oberständigen Fruchtknoten. Aus den befruchteten Blüten entwickeln sich beerenartige Früchte.

Anbau, Pflege und Vermehrung des Winterjasmins im Garten

Standort- und Bodenverhältnisse

Der Winterjasmin ist relativ pflegeleicht und ausgesprochen robust. Man pflanzt ihn im Oktober oder im März/ April an einen warmen, sonnigen bis leicht halbschattigen und windgeschützten Platz, um ihn vor allzu starken Frösten zu schützen. Denn sonst kann es passieren, dass er zurück-friert, treibt dann aber wieder bald aus. Er kann als Zierstrauch mit bogig überhängenden oder niederliegenden Ästen, aber auch als Klettergehölz gepflegt werden.

Als Starkzehrer wächst der Winterjasmin am besten auf einem humus- und nährstoffreichen, frischen bis leicht feuchten und kalkhaltigen Boden.

Pflegemaßnahmen

Man muss verhindern, dass der Boden austrocknet, besonders wenn es ein sandreicher Boden ist. Dazu deckt man den Boden im Wurzelbereich des Winterjasmins mit einer dicken Mulchschicht aus Kompost ab. Bei anhaltender Trockenheit muss regelmäßig gegossen werden.

Der Strauch wird jeweils einmal im Frühling und im Sommer mit Volldünger versorgt. Nach der Blüte, also zur Frühjahrsmitte, werden die Blütentriebe zurückgeschnitten.

Erziehungsschnitt zur Kletterpflanze

Damit der Winterjasmin als Kletterpflanze eine kräftige Struktur entwickelt, muss man ihn „erziehen“. Mit dem Erziehungsschnitt beginnt man entweder im Spätwinter oder zu Frühjahrsbeginn, z.B. unmittelbar nach dem Pflanzen. Zunächst werden als sich überkreuzenden, störenden Triebe herausgeschnitten. Die Schnittführung erfolgt dabei immer knapp über einem gesunden Auge. Danach werden die Seitentriebe bis auf ein Auge, welches in eien brauchbare Richtung weist, zurückgeschnitten. Dieser Rückschnitt regt das Wachstum neuer Triebe an.  Schließlich schneidet man in der Strauchmitte zu dicht stehende Triebe heraus, damit sie sich nicht geegseitig Konkurrenz machen. Dann werden alle erhaltenen Seitentriebe mit einer weichen, nicht einschneidenden Schnur an das Klettergerüst angebunden.

Das Klettergerüst

Als mehrjährige Kletterpflanze gezogen, gehört der Winterjasmin zu den sogenannten Spreizklimmern. Er bildet keine speziellen Kletterorgane wie Ranken, Saugfüßchen oder Stacheln, sondern muss sich mit Hilfe besonders langer, dünner Triebe in einem Spalier oder Rankgerüst Halt finden und emporklettern. Diese Triebe müssen in regelmäßigen Abständen an den Querstreben angebunden werden. Der Gartenfachhandel bietet dazu geeignete, speziell auf die Wuchsform des Winterjasmins abgestimmte Seilsysteme  als Bausatz an.

Vermehrung

Da der Winterjasmin schon von Natur aus lange und biegsame, bogig überhängende oder auch niederliegende Zweige bildet, die bei Bodenkontakt schnell Wurzeln bilden, bietet sich als vegetative Vermehrungsmethode vor allem das Absenken an. Dazu eignet sich ein besonders langer, ein- oder zweijähriger Trieb. Unterhalb dieses Triebes hebt man eine flache, aber breite Kuhle aus. Dort wo der Trieb später in der Mulde zu liegen kommt, wird die Zweigunterseite vorsichtig mit einem scharfen, sauberen Messer auf einer Länge von etwa 2cm eingeschnitten. Der Schnitt sollte möglichst oberflächlich geführt werden und darf nicht bis ins Holz reichen. An dieser Schnittstelle bilden sich später die neuen Wurzeln.

Der Trieb wird in die Kuhle gelegt, mit einer Stahlklammer fixiert und die Mulde mit einem lockeren Gemisch aus Humus und Komposterde aufgefüllt, festgeklopft und gewässert. Diese Stelle muss immer etwas feucht gehalten werden und darf nicht austrocknen, sonst bilden sich keine Wurzeln. Sobald der Absenker genügend Wurzeln entwickelt hat, wird die Klammer entfernt, die Tochterpflanze ausgegraben und die Verbindung zum Mutterstrauch mit einem scharfen Spaten gekappt. Dann setzt man den neuen Strauch des Winterjasmin an anderer Stelle wieder in den Boden.

Auf diese Weise kann man mit Hilfe von solchen Absenkern nach und nach eine ganze Hecke bilden, wobei der Abstand zwischen den einzelnen Sträucher – je nachdem ob eine freiwachsende oder streng formal geschnittene Hecke gewünscht wird – zwischen 50 und 100cm betragen sollte.

Auch mit Hilfe der reifen Samen kann der Winterjasmin vermehrt werden. Sie werden im Herbst im Frühbeet ausgesät.