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Baumfarne

Gattungen Dicksonia und Cythea

Baumfarne sind mit etwa 900 Arten vor in den immer-feuchten Regenwäldern der südlichen Hemisphäre zuhause. Dabei ist weniger eine hohe Temperatur, als vielmehr eine ganzjährig gleichmäßig hohe Luftfeuchtigkeit für das Vorkommen entscheidend. Die Baumfarne sind nicht mit den Palmen verwandt. Baumfarne bilden zusammen mit Königsfarngewächsen und den Rippenfarngewächsen eine eigene Ordnung.  innerhalb der Farne mit zwei Baumfarn-Familien: die Dicksoniengewächse (Dicksoniaceae) und die Cyatheagewächse (Cyatheaceae). Ihre Verbreitung reicht von La Réunion bis Südchina, Australien und Neuseeland. Für eine Kultur in Mitteuropa im Freiland oder unter Glas kommen nur Vertreter der Gattung Dicksonia und Cyathera infrage.

Heimat und Ursprung der Baumfarne

Ein Verbreitungsschwerpunkt der Baumfarne, vor allem der Gattung Cyathea  liegt mit Australien, Neuseeland und Neuguinea im Südosten des Pazifiks. Cyathea lepifera hat ein Verbreitungsgebiet, welches vom Süden Chinas über Taiwan und die Philippinen bis Neuguinea reicht. Zwei weitere Arten, Cyathea borbonica und C. glauca    sind auf der Insel La Réunion im Indischen Ozean heimisch.

Am robustesten und um einfachsten auch bei uns in Mitteleuropa zu pflegen ist Dicksonia antarctica. Dieser Baum stammt aus Australien und er ist so winterhart, dass er zumindest in milden Weinbergregionen auch bei uns im Freien kultiviert werden kann.

Bei der Abbildung handelt es um eine Reihe mittelgroßer Baumfarne der Gattung Dicksonia (vermutlich D. antartica), aufgenommen auf einer kleinen Insel (Rosdohan Island) in der Kenmare River Bay/Südwest-Irland. Dank des Golfstromes ist das Klima dort so mild und regenreich, sodass diese Baumfarne das ganze Jahr hindurch im Freien kultiviert werden können.

Botanische Angaben zu den häufigsten Baumfarnarten

Baumfarne unterscheiden sich von unseren einheimischen und europäischen Farnarten vor allem dadurch, dass sie mit wenigen Ausnahmen einen Stamm bilden – allerdings erst nach einigen Jahren.  In den ersten Jahren bilden die Baumfarne aber ohnehin  erst einmal  stammlose Blattrosetten im Unterholz lichter Wälder. In den Tieflandwäldern bleibt der Stamm niedrig, in den Bergwälder können dagegen manche Arten mehr als 18m hoch werden. So stattliche Exemplare findet man zum Beispiel rund um den Grand Etang, einen Bergsee der Insel La Réunion.

Das Innere des Stammes wird von Gefäßplatten gebildet, die sich netzartig zu einer Röhre zusammenschließen. Das Stamminnere ist also hohl. Die Hauptlast des Baumfarnes trägt daher der Stammmantel. Baumfarne bilden eine weit ausladende, palmähnliche Krone mit oft mehrere Meter langen Wedeln, die zwei- bis vierfach gefiedert sind.

Dicksoniengewächse werden bis zu 12m hoch und haben bis 2m lange, dreifach gefiederte Farnwedel. Die Cytheagewächse werden in ihrer australischen Heimat sogar bis zu 20m hoch, haben mehr als 3m lange Palmblätter, die an der Basis dreifach, im oberen Teil nur zweifach gefiedert sind. Der Norfolk-Baumfarn (Cythea brownii) von der Norfolk Insel soll sogar bis zu 30m in die Höhe wachsen.

Zu den Baumfarnen, die auch bei uns zumindest im Sommer im Freien gehalten werden können, zählen u. a.:

  • Der Raue Baumfarn Cythea australis, der aus den Bergen Australien in mehr als 1000 Höhe stammt. Ausgewachsen hat er bis zu 5m lange Wedel, als Kübelpflanze bleibt er natürlich kleiner und erreicht kaum 2m Stammhöhe.
  • Cooper’s Baumfarn Cythera cooperi wird in seiner australischen Bergheimat, wo er bis in Höhenlagen von 1.400m ü. NN vordringt, bis zu 12m hoch. Er gilt zwar als eine besonders schnell wachsende Art, bleibt aber bei uns viele Jahre auf Kübelpflanzenhöhe beschränkt. Im Herbst auch er ins frostfreie Winterquartier.
  • Der Trauer-Baumfarn Cyathera milneri kommt auf einer Neuseeland vorgelagerten Insel vor. Er wird bis zu 8m hoch und hat hellgrüne, leicht überhängende Wedel.
  • Der Weiche Baumfarn Dicksonia antarctica gilt als der frosthärteste Baumfarn und kann bis zu minus 10 Grad Celsius vertragen. Man sollte ihn bei uns in Mitteleuropa trotzdem im Herbst in ein frostfreies Winterquartier umsetzen; Jungpflanzen sind ohnehin weniger kältetolerant als ausgewachsene Exemplare. Nur in sehr milden, sogenannten Weinbauregionen kann man an einem etwas geschützten Platz mit einem entsprechenden Winterschutz auch ganzjährig im Garten stehen lassen.

Kultur der Baumfarne

Standort und Bodenverhältnisse

Nur wenige Arten wie Dicksonia antarctica eignen sich auch in unserem Klima ganzjährig fürs Freiland. Baumfarne hält man am besten als Kübelpflanzen, die im Sommerhalbjahr an einen etwas geschützten Platz im Halbschatten oder Schatten stehen können. Wichtiger als hohe Lufttemperaturen, ist eine hohe relative Luftfeuchtigkeit. In ihrer Heimat sind Baumfarne vor allem Bewohner der tropischen Nebelwälder.

Pflege

Baumfarne brauchen vor allem eine möglichst gleichbleibend hohe Luftfeuchtigkeit (wie viele unserer einheimischen Farne übrigens auch!), vor allem darf die Pflanzerde nie austrocknen, andererseits darf sich keine Staunässe bilden – wichtig ist deshalb ein gut dränierter, lockerer Boden. Aber nicht nur das Pflanzsubstrat muss feucht gehalten werden, auch der Stamm und die Wedel müssen täglich am besten mit kalkfreien, lauwarmen Wasssertröpfchen eingenebelt werden. Baumfarne brauchen während des Sommerjahres reichlich Wasser und Dünger. Als Dünger verwendet man entweder einen organischen Langzeitdünger oder versorgt den Baumfarn monatlich einmal mit einem Flüssigdünger.

Im Winter kommt der Baumfarn in einen hellen Raum bei Temperaturen zwischen plus 5 und 10 Grad Celsius und darf nur noch gelegentlich etwas gegossen werden. Auch im Wintergarten oder Gewächshaus sollten Baumfarne nicht der direkten Mittagssonne ausgesetzt werden, sonst ist die Gefahr zu groß, dass sie austrocknen. Aber selbst wenn bereits einzelne Farnwedel abgestorben sind, sollte man die Pflanze noch nicht aufgeben. Reichlich feucht gehalten, treiben in der Regel bald wieder neue Wedel aus.

Lediglich Dicksonia antarctica kann auch im Winter im Freien an eine geschützten Platz bleiben. Man kann davon ausgehen, dass die Baumfarn Minustemperaturen bis – 6ºC unbeschadet übersteht. Tiefere Temperarturen führen unweigerlich zum Verlust der Blattwedel. Welche Wintertemperaturen die Art aber tatsächlich verträgt, das hängt vor allem davon, von wo der Baumfarn stammt. Also sollte man sich beim Kauf unbedingt auch nach Herkunft und Kulturbedingungen des Baumfarnes erkundigen.

Bemerkungen und Hinweise

Auch wenn Palmfarne  wie die Baumfarne Relikte aus längst vergangenen Zeiten sind und mit ihren Blattwedeln Baumfarnen ähnlich sehen, Baum- und Palmfarne sind nicht miteinander verwandt. Palmfarne sind keine Farngewächse, sondern echte Gehölze, die sogar blühen können.  Palmfarne bleiben deutlich kleiner, haben nur einen kurzen Stamm – wenn überhaupt -, und bilden im Gegensatz zu den Baumfarnen nur einfach gefiederte Blattwedel.

Alle Fotos der Baumfarne Copyright: Peter Schröder