[x] Suche schließen

Ackerwinde

Convovulus arvensis

Steckbrief

Blütenfarbe(n)
  
Blütezeit
Mai-Oktober
Höhe
20-80cm
Licht
Sonne
Winterfest
ja
Pflege
einfach
Vermehrung
einfach
Sorte
natur
Lebensdauer
ausdauernd
Wuchsform
wächst ausgebreitet dicht am Boden
Boden
beliebig
Wasserbedarf
gering
Düngerbedarf
gering

Heimat und Ursprung der Acker-Winde

Die Acker-Winde ist fast überall in Europa zu finden, und auch in Deutschland ist zum Leidwesen vieler Gärtner sehr häufig. Die Acker-Winde fehlt lediglich in Schottland und in Mittel- und Nordskandinavien. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Acker-Winde liegt wohl in Nordafrika und Eurasien, mit dem Ackerbau und den Feldgeräte wurde sie jedoch fast weltweit verschleppt.

Sie besiedelt Ruderalflächen, Schuttplätze, Bahndämme, brachliegendes Ackerland, leider auch viele Gärten. Selbst in Höhenlagen von bis zu 1.800m ü. NN dringt die Acker-Winde vor.

Sie entwickelt sich am besten auf mäßig frischem bis leicht trockenem Boden, wenn er außerdem nährstoff- und basenreich (mit pH-Werten > 7) , aber humusarm ist.

 

Botanische Angaben zur Acker-Winde

Die Acker-Winde ist eine mehrjährige, krautige Pflanze, dies sich mit ihren dünnen Stängeln bis zu 80cm in die Höhe winden kann, vorausgesetzt sie findet an einer anderen Pflanze halt, an der sie sich emporschlingen kann. Sonst bleibt die Pflanze niederliegend und breitet sich dicht am Boden aus - vorausgesetzt sie findet dort genügend Licht.

Der Spross windet sich stets links herum an Getreidehalmen oder anderen möglichst aufrecht wachsenden Stängelpflanzen empor. Während sie sich emporzuschlingen versucht, führt die Spitze des Sprosses kreisende Bewegungen auf der Suche nach einem festen Halt aus.

Die Laubblätter der Acker-Winde sind stets spitz zulaufend, ebenso wie die beiden Ecken an der pfeilförmigen Basis der Blattspreite. Die Blätter sind deutlich gestielt.

Die Blütezeit der Acker-Winde fällt in Mitteleuropa in den Zeitraum zwischen Mai und Oktober. Die Blüten sind in der Regel weiß und rosa gestreift, können aber auch nur rosa oder aber fast völlig weiß gefärbt sein.

Bei rein-weiß blühenden Exemplaren ist die Unterscheidung zur Zaunwinde, die stets weiße Blüten hat, nicht ganz einfach. Mit 3cm ist die Blüte der Ackerwinde jedoch nur halb so groß wie die der Zaun-Winde. Und am Blütengrund der Ackerwinde finden sich bei genauer Betrachtung immer noch kleine Ansätze der rosa Streifen, manchmal auch nur in Form von Punkten angedeutet. Diese Merkmale fehlen der Zaun-Winde, die auch innen stets eine rein weiße Färbung hat.

Auch anhand der Laubblätter kann man Acker- und Zaun-Winden voneinander unterscheiden:  Während die Acker-Winde pfeilförmige Blätter mit einer gut ausgeprägten Spitze und zwei spitzen Ecke an der breiten Basis hat, sind die Blätter der Zaun-Winde eher rundlich geformt.

Die Blüten öffnen sich nur in der vollen Mittagssonne, und oft sind sie bereits nach einem Tag schon verblüht. Die Blüten der Acker-Winden können sowohl durch Selbst- als auch Fremdbestäubung befruchtet werden. Neben anderen Insektenarten werden die Blüten vor allem durch Spiralhornbienen bestäubt, die durch die engen Zwischenräume zwischen den dicht am Blütenboden liegenden Staubfäden bis zur Nektarquelle vordringen können. Aus den befruchteten  Blüten entwickeln zweiklappige Fruchtkapseln, die jeweils nur 4 bis 5 Samen enthalten. Für die Ausbreitung der Samen sorgen  Feldgeräte, aber auch das Weidevieh. Im Garten spielt dagegen eher die vegetative Vermehrung durch beim Harken und Lockern des Bodens abgerissene Wurzelstückchen eine Rolle für die Verbreitung.

Die Acker-Winde hat ein feines, aber sehr dichtes Wurzelwerk, welches bis zu 2m in die Tiefe reichen kann. Und dieses Rhizom bildet Knospen, aus denen sich neue Sprosse entwickeln können. Und selbst kleinste Teilstücke können neue Pflanzen bilden. Das macht eine nachhaltige Bekämpfung und Ausrottung der Ackerwinde im Garten schwierig.

Andererseits besiedelt die Acker-Winde auch trockene Böden, in denen sich die tief ins Erdreich reichenden  Wurzelfasern das notwendige Wasser zum Überleben der pflanzen holen. Dabei entwickeln die Leitbündel eine enorme Saugkraft. Doch wird die Verbindung zwischen der langen Wurzel und dem dünnen Stängel an irgendeiner Stelle gekappt, dann geht die Acker-Winde unwiderbringlich ein.

Pro und Contra für die Acker-Winde

Am Beispiel der Acker-Winde zeigt sich die Ambivalenz einheimischer Pflanzen zwischen wertvoller Wildpflanze und lästigem Unkraut.

Während der Hobby-Gärtner vor allem das Unkraut sieht, welches seine Gartenstaude im engen Würgegriff hält, war die Acker-Winde vor allem in früheren Zeiten eine geschätzte Heilpflanze. und für einige selten gewordene Insekten stellt die Acker-Winde eine begehrte Futter- und Trachtpflanze dar. Das gilt vor allem für den Windenschwärmer Agrius convolvuli, sowie einige andere Käfer und Falter, die sich vom Nektar und Pollen der Blüten ernähren.  Die bereits erwähnten Spiralhornbienen sind essentiell auf die Acker-Winden angewiesen.

Und vielleicht kann sich mancher Gärtner auch an den farbenprächtigen Blüten der Acker-Winde erfreuen. Die trichterförmigen Blüten richten ja auch kaum Schäden an. Es ist das dichte Blattwerk der Winden, welches die als Kletterhilfe genutzte Wirtspflanze zu überwuchern droht.

 

Bekämpfung der Acker-Winde

Die Acker-Winde wird nur durch konsequent angewendete mechanische Bekämpfung auf Dauer aus einem Garten verschwinden. Denn, wenn man die Verbindung zwischen Wurzelfasern und Stängel kappt, dann stirbt die Pflanze zwar ab. Aber aus der im Boden verbliebenen Wurzel entwickeln sich bald neue Pflanzen. Und selbst aus den Wurzelknospen kleinster Teilstücke kann die Acker-Winde wieder austreiben.  Doch es ist schwierig, alle tief in den Boden reichenden Wurzelteile freizulegen und auszugraben.

Und selbst wenn man die leitbahnen irgendwo zwischen Wurzel und Stängel gekappt hat und die Pflanze dann abstirbt, ist es nicht ganz einfach und erfordert Fingerspitzengefühle, will man die Wirtspflanze den eng anliegenden Windungen des Stängels entwinden, ohne die Wirtspflanze dabei selbst zu verletzen.