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Bärenohr

Arctotis-Hybriden

Steckbrief

Blütenfarbe(n)
   
Blütezeit
Juni-Oktober
Höhe
35-50cm
Licht
Sonne
Winterfest
nein
Sorte
hybride
Lebensdauer
einjährig
Boden
Lehm-Sand-Gemisch
Wasserbedarf
gering
Düngerbedarf
gering

Heimat und Ursprung der Arctotis-Hybriden

Die Stammformen des Bärenohres sind im südlichen Afrika heimisch, die Garten-Hybriden wurden in England gezüchtet. Im südlichen Afrika gibt es rund 30 ein- bis mehrjährige Arctotits-Arten. Die Arctotis-Hybriden (englisch cultivars) sind aus einer Kreuzung von Arctotits fastuosa, dem Prächtigen Bärenohr, mit Arctotis venusta, dem Anmutigen Bärenohr, hervorgegangen. Arctotis venusta kommt in Südafrika, Lesotho und Swasiland vor, während Arctotitis fastuosa eher nordwestlich davon, vor allem im Namaqualand in Südafrika und in Namibia verbreitet ist. Der Gartenfachnadel bietet allerdings auch eine Sorte Arctotits fastuosa 'Zulu Prince' an, die anscheinend ohne Einkreuzung anderer Arten aus dem prächtigen Bärenohr gezüchtet wurde.

Botanische Angaben zum Bärenohr

Die Gattung Arctotis

Die Gattung Arctotis (Bärenohr) besteht aus etwa mehr als 60  Arten. Sie gehören zur Familie  der Korbblütler (Asteraceae) und bilden zusammen mit den Gazanien und weiteren, in unseren mitteleuropäischen Gärten unbekannten Arten die Untergruppe (botanisch Tribus) der Arctotidae. Die meisten dieser Arten gehören zur sogenannten Kapflora an der Südspitze Afrika, für die vor die niederschlagsreichen Winter charakteristisch sind. Die meisten Arten sind in ihrer afrikanischen Heimat entweder einjährige Sommerblumen oder mehrjährigen Stauden, nur wenige bilden teilweise verholzende Halbsträucher oder auch Sträucher.

Gazanien, die auch zu den Mittagsblumen gezählt werden, sehen den Arctotis-Arten und -Hybriden recht ähnlich. Man kann sie jedoch an der Form und Anzahl der Zungenblüten, die den Blütenkorb wie einen Strahlkranz umgeben, unterscheiden: Arctotis haben  stets abgerundete und viele Zaungenblüten, während Gazanien weniger und spitz zulaufende Zungenblüten haben.

Da weder Gazanien noch die Bärenohr-Arten und - Züchtungen bei uns in Mitteleuropa winterhart sind, können sie nur als einjährige Gartenpflanzen gepflegt werden, es sei denn man versucht sie als Kübelpflanzen in einem frostgeschützten Raum unversehrt durch die kalte Jahreszeit zu bringen. Nicht alle Bärenohr-Arten stammen wirklich von der Kaphalbinsel, der Cap Florensis im engeren Sinne. Manche Arten sind im tropischen Norden Namibias und im angrenzenden Angola zuhause oder in Kwa-Zulu Natal, welches ebenfalls bereits teilweise im Enflussbereich der Tropen liegt.

Die Eltern der Arctotis-Hybriden

Die in unseren Gärten gepflegten Bärenohren sind in der Regel aus einer Kreuzung zweier Arctotis-Arten hervorgegangen: Arctotits venusta, dem Anmutigen Bärenohr, und Arctotis fastuosa, dem Prächtigen Bärenohr.

Das Prächtige Bärenohr Arctotits fastuosa wird als einjährige Ktulurpflanze zwischen 10 und 60cm hoch, maximal 80cm hoch. Die Wuchshöhe hängt vor allem von der der Pflanze zu Verfügung stehende Regen-, bzw. Gießmenge ab. Die Pflanze hat dicht filzig-behaarte Laubblätter, welche dadurch silbrig-weiß aussehen.  Diese Art hat bis zu 50  Zungenblüten in zwei Kreisen: Der äußere Kreis der Zungenblüten ist gelb oder orange gefärbt, der innere dagegen rötlich braun. Die Scheibenblüten im Blütenkorb sind dagegen dunkelbraun bis fast schwarz gefärbt. Von dieser Art gibt es zumindest eine Zuchtsorte, die man auch bei uns über den Gartenversandhandel beziehen kann: Das Prächtige Bärenohr 'Zulu Prince'.  Diese Sorte zeichnet sich durch eine sehr gute Trockenresistenz aus und muss kaum gewässert werden. Sie wird bis zu 80cm hoch, hat cremeweiße Zungenblüten, mit einem inneren, orangefarbenen Ring und schwarzen Scheibenblüten in der Mitte.

Das Anmutige Bärenohr Arctotits venusta wird zwischen 50 und 60cm hoch. Die beiden Kreise der Zungenblüten sind strahlend weiß gefärbt, wobei die Basis der Blütenblätter des inneren Kreises eine  gelbe bis rost-orange oder dunkel-violette Färbung aufweist. Die Scheibenblüten sind dunkelbraun oder dunkel-violett gefärbt. Die Laubblätter haben eine mittelgrüne Farbe.

Artctotis-Hybriden

In unseren mitteleuropäischen Gärten werden vor allem die Hybriden (im Englischen als cultivars bezeichnet) des Bärenohres gepflegt.  Sie werden zwischen 40 und 60cm hoch. Die fiederschnittigen Laubblätter sind teils grundständig, teils sitzen sie am Pflanzenstängel. Die Blattoberseite ist grün, glatt und unbehaart, die Unterseite dagegen filzig bis wollig grau behaart. Die lang-gestielten Blüten erscheinen - je nach den örtlichen Gegebenheiten und Kulturbedingungen - zwischen Juni und Oktober. Auch von dieser Arctotits-Hybride gibt es mehrere Zuchtsorten, die sich vor allem in den Farben ihrer Blüten voneinander unterscheiden. Das Farbspektrum der Zungenblüten reicht von Gelb, Orange, Rot, Rosa bis Purpur und Weiß. Schlichter und weniger variabel sind die Scheibenblüten im Blütenkorb gefärbt: Braun, Violett oder Purpurn.

Anbau und Pflege vom Bärenohr im Garten

Das Bärenohr braucht einen warmen Platz in der Sonne und einen mittelschweren Boden aus einem Lehm-Sand-Gemisch. Die Erde sollte eher trocken als zu feucht sein. Das Bärenohr wird zwischen Ende März und Anfang April unter Glas ausgesät. Nach dem Auflaufen werden die Keimlinge in kleine Töpfchen pikiert. Bis Ende Mai haben sie einen kräftigen Wurzelballen gebildet und können ins Freiland umgepflanzt werden. Mit dieser schonenden Anzuchtmethode kann sich eine kräftige Pfahlwurzel bilden, sodass die Pflanzen sich störungsfrei weiterentwickeln können. Beim Auspflanzen sollten Abstände von 25 bis 30cm eingehalten werden. Im Laufe eines warmen und eher niederschlagsarmen Sommers entfalten die Pflanzen des Bärenohr ihre ganze Blütenpracht. In Jahren mit nasskalten Sommermonaten ist das Wachstum eher unzufrieden stellend. Insofern muss der Pflegeaufwand als nicht ganz leicht eingestuft werden.

Verwendung im Garten

Das Bärenohr bringt im Sommer Farbe in den Steingarten, wenn die Bodendecker und Polsterstauden längst verblüht sind. Als Schnittblume ist das Bärenohr nicht geeignet, da es sich nur wenige Tage in der Vase hält.