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Lampionblume

Physalis alkekengi

Auch bekannt als: Blasenkirsche

Die Lampionblume ist zwar inzwischen auch bei uns durch Verwildern heimisch geworden, stammt aber wahrscheinlich ursprünglich aus China. Mit ihrer in Form und Farbe einmaligen Blüte und Frucht ist sie ein unverwechselbarer Hingucker in jedem Garten.  Leider ist sie in den letzten Jahren durch Neuzüchtungen anderer Blumenstauden etwas in den Hintergrund geraten. Zu unrecht, denn bei artgerechten Standorten- und Milieubedingungen ist die Lampionblume ausgesprochen pflegeleicht und robust.

Heimat und Ursprung von Physalis alkekengi

Es gibt zwei Variettäten der Lampionblume Physalis alkekengi var. alkekengi und Physalis alkekengi var.  franchetii; von manchen Botanikern werden sie auch als zwei getrennte Arten eingestuft.

  • P. alkekengi franchetii kommt ausschließlich in Ostasien vor, und zwar im Norden von China, auf der koreanischen Halbinsel und in Japan.
  • P. alkekengi alkegengi hat ein wesentlich größeres Verbreitungsgebiet, kommt in ganz China vor und ist von Ostasien bis Europa weit verbreitet. Wahrscheinlich liegt der Ursprung auch dieser Variante in China und sie wurde entweder als Zierpflanze weiter nach Westen importiert oder hat sie sich zumindest teilweise in Europa selbst verbreitet. Ein invasives Verhalten der Lampionblume liegt nahe, wenn man nämlich im Garten beobachtet, wie sich die Pflanze dank ihrer unterirdischen Rhizome  rasch ausbreitet und andere Pflanzen überwuchert, wenn man sie nicht rechtzeitig in Zaum hält und beschneidet. Heute kommt die Lampionblume in Europa wild vor allem in Mitteleuropa und im submediterranen Süden und Südosten vor. Auch nach Nordamerika wurde die Lampionblume importiert und ist dort vor allem im Nordosten der USA verwildert.

Die Lampionblume Physalis alkekengi var. alkekengi gilt heute allgemein als einheimisch. Sie ist recht anspruchslos und kommt entsprechend an den unterschiedlichsten Standorten wild vor: Dazu gehören Waldränder,  trockene Buschzonen und  Schuttplätze, aber auch warme Auwälder und Weinberge. Bevorzugt werden Plätze mit einem lockeren, durchlässigen und etwas kalkhaltigen Boden.

Botanische Angaben zur Lampionblume

Die Lampionblume gehört zu den Blasenkirschen der Gattung Physalis aus der Familie der Nachschattengewächse. Bis auf die eurasische Lampionblume haben alle anderen, mehr als 80 Physalis-Arten ihren Ursprung in Amerika. Von diesen ist vor allem die essbare Kapstachelbeere (Physalis peruviana) aus Südamerika, die Andenbeere (Physalis edulis)   und die  Tomatillo (Physalis philadelphica) auch bei uns bekannt. Der Gattungsname Physalis leitet sich vom griechischen Wort Physa (= Blase) ab und bezieht sich auf den blasenförmig aufgetriebenen Blütenkelch, der später auch die Frucht umhüllt. Je nach Art und Standortbedingungen gibt es unter den Blasenkirschen einjährige Sommerblumen und mehrjährige Stauden.

Die Lampionblume ist eine mehrjährige Staude von 40 bis 60cm, maximal 80cm  Höhe. Die Lampionblume ist allerdings nur sommergrün, verliert also im Herbst ihr Laub. In Mitteleuropa überwintert die Lampionblume mit Hilfe ihres Rhizoms, aus dem sie dann im Frühjahr wieder austreibt. Die Pflanzenstängel sind an der Basis zum Teil verholzt, aber nur wenig verzweigt. Oft sind die Stängel von Flaumhärchen überzogen.

Blüten und Blätter der Lampionblume

Die grünen Laubblätter sind meist gegenständig angeordnet, sie sind eiförmig und laufen spitz zu. Die Blattspreite wird bis zu 15cm lang und zwischen 2 und 8cm breit.  Charakteristisch ist die schiefe, d. h. ungleichseitige Basis des Blattes. Der Blattrand kann glatt oder gezähnt sein. Blattober- und Unterseite sind kahl oder auch behaart.

Die Blütezeit fällt in die Monate Juli bis August. Die zu Beginn schmutzig-weißen Blüten sitzen an kurzen, bogig nach unten hängenden Stiele. Der Blütenkelch setzt sich aus fünf miteinander verwachsenen Kelchblättern zusammen  und ist zunächst glockenförmig, treibt dann aber zur Zeit der Fruchtreife im August / September blasig auf und nimmt eine orange- bis mennigrote Färbung an. Auch die fünf Kronblätter sind miteinander verwachsen.  Der Blütenkelch bleibt bis zum Winter an den Stielen hängen. Im Inneren entwickelt sich die kirschförmige, glänzende Beere. Mit der Zeit nimmt die Kelchblase eine transparente, netzförmige Struktur an, sodass die Fruchtkirsche im Innern sichtbar wird. Die in der Frucht enthaltenen Samen haben eine gelblich-weiße Farbe. Die Frucht ist leicht giftig und nicht essbar!

Anbau, Pflege und Vermehrung der Lampionblume im Garten

Standortbedingungen

Die Lampionblume wird auch oft im Garten als Zierpflanze kultiviert. Sie ist recht einfach zu pflegen. Sie braucht jedoch einen warmen und etwas windgeschützten Platz.  Optimal wächst sie an einem vollsonnigen Standort auf normaler, mittelschwerer, durchlässiger Gartenerde, die auch leicht kalkhaltig sein sollte. Als Bodensorte hat sich ein Gemisch aus Lehm und Humus als am günstigsten erwiesen. Der Boden sollte aber nährstoffarm und leicht sauer (pH 7) sein.

Die Lampionblume wächst jedoch auch im Halbschatten. In jedem Fall sollte der Boden permanent leicht feucht sein, darf also nicht austrocknen. Entsprechend muss in voller Sonne mehr gegossen werden als im Halbschatten.

Lampionblumen pflanzt man im Oktober oder März – entweder einzeln oder in kleinen Gruppen.

Pflege

Je nach den Standortverhältnissen ist  der Wasserbedarf der Lampionblume daher als mittel bis hoch zu bezeichnen. Das gilt vor allem während der Zeit zwischen Blüte und Fruchtbildung. Als Faustregel gilt – wie bei vielen anderen Stauden auch -, je mehr gedüngt wird, desto mehr Laub entwickelt sich, aber umso geringer fällt die Blütenbildung und Fruchtbildung aus. Um die Fruchtbildung zu forcieren, dürfte ein stickstoffarmer, phophatbetonter Dünger optimal sein. In jedem Fall sollte aber immer nur sparsam gedüngt werden.

Da sich die Lampionblume rasch sowohl unter- als auch oberirdisch ausbreitet, überwuchert und verdrängt sie bald benachbarte Pflanzen, wenn man ihr nicht ihre (Ausbreitungs)grenzen aufzeigt.  Das kann durch einen regelmäßigen Rückschnitt geschehen, im Extremfall aber auch durch eine Rhizomsperre, wie man  sie für  Ausläufer treibenden Bambusarten kennt.  Beim Rückschnitt werden die überzähligen Stängel bodennah entfernt. Will man die Lampiomblume mit ihrer ins Auge fallenden Frucht und der netzartigen Hülle zu floristischen Zwecken nutzen, dann schneidet man diese Stängel aber erst im Spätsommer ab.

Um eine übermäßige Ausbreitung zu verhindern, kann man auch im Herbst den Boden rund um die Lampionblumen umgraben und längere Wurzel- und Rhizomteile abtrennen und entfernen.

Vermehrung

Die Lampionblume kann sowohl durch Aussaat als auch vegetativ durch Stecklinge oder Teilung vermehrt werden.

Am einfachsten ist die vegetative Vermehrung durch Teilung, die man am besten im Oktober oder im März vornimmt. Dazu teilt man das lange Rhizom in kleinere Teile, die jeweils aber mindestens noch ein Auge haben müssen.

Als zweite Möglichkeit der vegetativen Vermehrung von Lampionblumen kann man aber auch noch nicht verholzte Stecklinge schneiden und in Anzuchtsubstrat kultivieren, bis sie Wurzeln gebildet haben.

Die reifen Samen können mitsamt der Frucht im Spätsommer abgeschnitten und getrocknet werden, bis sie über einem Papier herausgeklopft werden oder von selbst aus der vertrockneten Frucht herausfallen. Sie müssen den Winter über dunkel und kühl gelagert werden, da sie erst im Frühjahr am besten unter Glas ausgesät werden können.

Krankheiten und Schädlinge

Die Lampionblume gilt allgemein als robuste Pflanze – sofern die Milieubedingungen stimmten. Sie ist weniger empfindlich gegenüber Pilz- und Schädlingsbefall. Schaden nimmt die Pflanze eher durch unzureichende Standortbedingungen oder falsche Pflege. Die häufigsten Pflegefehler sind zu wenig Gießen, falscher oder zu reichhaltiger, sowie zu häufiger Dünger. Unter solche Umständen ist die Lampionblume dann auch anfälliger für Pflanzenkrankheiten und Schädlinge.

Die Lampionblume als Gilft- und Heilpflanze

Alle grünen Pflanzenteile der Lampionblume sind schwach giftig. Die Pflanze enthält ein toxisches Alkaloid namens Hygrin. Inwieweit auch die Frucht giftig oder genießbar ist, darüber gehen die Meinungen auseinander. Im Zweifelsfall also besser die Finger davon lassen.

In China hat die Lampionblume schon seit altersher eine besondere Bedeutung, da sie in Form und Farbe einer Chinesischen Laterne, wie sie bereits im frühen Mittelalter benutzt wurde, gleicht. So ist es kein Wunder, dass sich auch chinesische Kräuterkundige lange Zeit mit der Pflanze beschäftigt und ihre Heilwirkung untersucht haben.

Die medizinisch wirksame Zusammensetzung ist inzwischen intensiv untersucht worden. So enthält das Rhizom zu etwa 11% Tannin, ferner ein Alkaloid namens 3-Alpha-Trigloyltropan, Physalin und Mucilaginosa. Der reife, netzartig aufgeblasene Blütenkelch enthält Xanthophyll, Crypotxanthin, Physoxanthin und Neo-Beta-Cryptoxanthin, also medizinisch wirksame Farbstoffe. Aus den Blättern konnten Luteolin und Glykoside isoliert werden.

In der chinesischen Phytomedizin wird die Frucht der Lampionblume  gegen Rheuma, Gicht und Gelbsucht eingesetzt und gilt daneben auch als natürliches Abführmittel. Die ganze Pflanze  soll entzündungswidrig, fiebersenkend, schleim- und hustenlösend wirken. Sie wird außerdem äußerlich bei Verbrennungen und Abszessen eingesetzt, aber auch bei Keuchhusten und anderen Katarrhen, Angina u. ä.. Eine Überdosis gilt als abtreibend. In China wird die Pflanze vor allem in einer Mischung mit Scrophularia (Braunwurz), Arctium (Kletten) und Glycorrhiza (Süßholz) verwendet.

Von einer Selbstmedikation ist aber auf jeden Fall dringend abzuraten. Denn auch hier gilt, ob die Pflanze giftig oder heilsam ist, hängt von der Dosis, aber auch von der Darreichungsform ab. Also als Laie und Hobbygärtner besser die Finger von der Lampionblume als potentielle Heilpflanze lassen und beim Umgang mit der Pflanze vorsichtshalber Gartenhandschuhe tragen!

Verwendung in der Floristik

Die Lampionblume wird gerne in der Floristik für Herbstgestecke verwendet. Sie eignet sich auch hervorragend für Trockensträuße und Dekorationen. Neuerdings wird die Hülle als Imitat in Plastik sogar mit LED-Lämpchen bestückt im Handel angeboten.

Auch im Garten ist die leuchtend orange-rote Frucht mit ihrer markanten Form natürlich ein echter Blickfang. In Rabatten setzt man sie daher an einen genügend freien Platz in den Vordergrund. Sehr schön wirkt sie auch als kleine Gruppe in einem Pflanzkübel. Da entfällt dann natürlich auch das Problem der unkontrollierten Ausbreitung.