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Myrte

Myrtus communis

Auch bekannt als: Brautmyrte, Gemeine Myrte, Echte Myrte

Die Myrte gilt seit langer Zeit als Symbol für Liebe und Frieden. In Griechenland war sie der Göttin Aprodite geweiht. Sieger der Olympiade wurden in der Antike mit Myrtenkränzen geehrt.

Heimat und Ursprung von Myrtus communis

Die Myrte ist im Mittelmeerraum ein typischer Strauch der Macchie. In Griechenland wächst sie zum Teil auch als Baum in den Auenwäldern. Das vollständige Verbreitungsgebiet der Myrte reicht von den Kanarischen Inseln übers Mittelmeergebiet bis nach Zentralsien. Die Myrte besiedelt vor allem frisch bis mäßig feuchte, steinreiche, aber kalkfreie Böden. Die älteste und größte Myrte Deutschlands steht in Weinheim an der Bergstraße im Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof.  Im Süden Irlands mit seinen milden Wintern findet man ebenfalls einige sehr alte und große Exemplare der Myrte, die in diesem milden, vom Golfstrom begünstigten Klima das ganze Jahr draußen bleiben können.

Diese Prachtexemplar einer sehr alten Myrte steht in einem parkähnlichen Garten in der südirischen Stadt Lismore.

Botanische Angaben zur Myrte

Verwandtschaft der Myrte

Die Mryte Myrtus communis ist die einzige Vertreterin der Myrtengewächse (Familie Myrtaceae), die auch in Teilen Südosteuropas vorkommt.

Beschreibung der Myrte

Die Myrte ist ein buschiger Strauch bis kleinerer Baum. Je nach den Standortbedingungen und Bodenverhältnissen kann sie zwischen 3 und 5m hoch werden.  Die Myrte ist immergrün und hat mehr oder weniger lanzettförmige, ledrige Laubblätter, die in Quirlen oder kreuzgegenständig angeordnet sind. Die rutenförmigen Zweige haben einen vierkantigen Querschnitt.

Dies Exemplar eine ebenfalls ausgewachsenen, aber nur 3m hohen Myrte steht im Bibelgarten von Bad Sooden-Allendorf. Die Aufnahme entstand im Mai; deshalb zeigt der Baum zwar schon die volle Belaubung, aber noch keine Blüten.

Die Blütezeit fällt in die Monate Juli bis August; die weißen Blüten sitzen einzeln oder zu zweit in den Blattachseln.Die Blüten setzen sich aus 2 Hochblättern und einem Tragblatt, 5 Kelchblättern, 5 Blütenkronblätter, neun zu einem Fruchtknoten verwachsenen Fruchtblättern und unzähligen Staubblättern zusammen.

Die aus den befruchteten Blüten entstehenden Beeren haben eine kugelförmige , mattschwarze Oberfläche. Die Beeren bleiben meist den ganzen Winter über an den Myrtenzweigen hängen.

Zuchtsorten der Myrte

Statt der Stammform werden bei uns vor allem kleinere Zwergsorten der Myrte kultiviert.

  • Myrthus communis ‚Compacta‘ – ist eine Miniform der Myrte.
  • Myrthus communis ‚Flore Pelno‘ – diese Sorte hat weiße, gefüllte Blüten.
  • Myrtus communis ‚Gruß aus dem Ehrental‘
  • Myrtus communis ‚Hamburger Brautmyrte‘
  • Myrtus communis ‚Königsberger Brautmyrte‘
  • Myrtus communis ‚Microphylla‘ – Zwergmyrte. Diese Sorte wird noch höher als 60cm. Ihre Laubblätter sind nur 2cm lang und sie laufen nicht so spitz zu wie die Stammform der Myrte . Dies ist die bei uns in Mitteueuropa am häufigsten in den Gärtnereien angebotene Sorte.
  • Myrthus communis ‚Tarentina‘ – bei dieser Sorte sind die Blätter zu schmalen Nadeln reduziert. Die Blüten sind cremeweiß gefärbt.
  • Myrtus communis ‚Variegata‘ – hat zulaufende, etwa 5cm lange Laubblätter mit einem cremeweißen Rand.

Anbau, Pflege und Vermehrung der Myrte

Standort und Bodenverhältnisse

Im Wintergarten sollte sie aber möglichst hell (mehr als < 1000 Lux) und luftig stehen. Je geringer die Helligkeit ist, desto weniger kompakt ist die Wuchsform. Schon einen halben Meter vom Fenster oder der Lichtquelle entfernt sinkt die Lichtstärke soweit ab, dass die Äste der Myrte sparrig wachsen. Im Winterhalbjahr reicht das Tageslicht nicht aus, dann sollte im Wintergarten zusätzliche Lichtquelle installiert werden.

nach den Eisheiligen bis Anfang Oktober kann die Myrte als Kübelpflanze an einen windgeschützten, halbschattigen bis sonnigen Platz im Freien gestellt werden. Die Pflanze darf erst langsam an das volle Sonnenlicht im Freien gewöhnt werden. Die Laubblätter müssen sich an die stärkere UV-Strahlung gewöhnen, sondern können sie regelrecht verbrennen.  Besonders lichtempfindlich ist der Wurzelballen.

Das Pflanzsubstrat sollte kalkfrei sein und leicht sauer reagieren (pH<7). Optimal als Pflanzsubstrat ist eine Mischung aus reifer Komposterde und Torf, bzw. Kokoshumus als Torfersatz oder Lauberde.

Pflege

Umtopfen: Wird die Myrte als Kübelpflanze gehalten, dann topft man sie am besten zu Beginn der Vegetationszeit im Frühjahr, also mit dem Laubaustrieb, um.  Der neue Topf sollte natürlich etwas größer im Durchmesser als der vorhergehende. Man muss aber darauf achten, dass die Myrte nicht tiefer eingepflanzt wird als vorher.

Gießen: Während der Hauptvegetationszeit muss die Myrte regelmäßig gegossen werden; der Boden darf nie völlig austrocknen. Staunässe ist aber ebenso unbedingt zu vermeiden. Erst ein Vierteljahr nach dem Umtopfen darf die Myrte wieder gedüngt werden. Man versorgt sie dann bis zum Herbst alle 2 Wochen mit einem Flüssigdünger.

Schneiden: Die Myrte ist recht schnitt-verträglich. Kleinere Exemplare werden durch regelmäßigen Schnitt im Form gehalten. Man schneidet dann aber immer nur die einjährigen Zweige zurück, udn auch nur dann, wenn sie über dei kompakte Strauchform hinauswachsen. Man sollte jedoch lieber zu wenig, als zu viel wegschneiden, sonst blüht sie unter Umständen nämlich nicht mehr.

Vermehrung

Sie lässt sich durch Stecklinge und Ableger, aber auch durch Aussaat vermehren.

Generative Vermehrung mit Hilfe reifer Samen: Die Samen werden möglichst sofort nach der Ernte wieder ausgesät. Um das Keimen zu erelichtern, muss das Samenkorn aber vom Fruchtfleisch befreit werden, und dann lässt man den Samen noch einige Tage trocknen. Unmittelbar vor der Aussat lässt man die Samen noch 2 Tage in handwarmem Wasser aufquellen.  Die Keimdauer ist von verschiedenen Milieufaktoren, vor allem aber von der Temperatur abhänig. Bei Raumtemperatur beträgt die Keimdauer zwischen einem halben und anderthalb Monaten.

Bei den Myrten öffnen sich männliche udn weibliche Blüten zur gleichen Zeit. So ist auch eien Selbstbestäubung möglich. Selbst wenn man also nur 1 blühendes Myrtenbäumchen hat, kann man durchkünstliche Bestäubung die Fruchtbildug anregen und reife Samen gewinnen. Aus, aus Selbsbefruchtung hervorgegangenen Samen sind gehen aber eher kümmerliche Myrten-Pflanzen hervor, die dann auch anfälliger für Pflanzenkrankheiten und Schädlinsgbefall sind.

Vegetative Vermehrung durch Stecklinge: Einfacher ist aber die Stecklingsvermehrung, und sie führt natürlich auch schneller zum Erfolg als die Anzucht von Keimlingen. Dazu schneidet man die Stecklinge so, dass der frische, unverholzte Trieb an der Basis noch einen Astring, ein Stück vom alten Holz mitbekommt. Den Steckling setzt man dann in eine Mischung aus Torf (bzw. Kokoshumus als Torfersatz) kalkfreiem Quarzsand.  Über den Anzuchttopf stülpt man eien transparente Plastikhaube, damit Luft und Anzuchtsubtrat immer etwas feucht blieben. Die Anzuchtgefäße stellt man an einen möglichst hellen Platz und hält die Temperatur bei 15 bis etwa 16°C. Es kann 1 1/2 bis 2 1/2 Monate dauern, bis die Wurzeln der Stecklinge soweit entwickelt sind, dass die Jungpflanzen ausgetopft und ihr  erstes eigenes Kübelgefäß gesetzt werden können.

Schädlinge und Krankheiten

Generell reagieren ganzjährig im Wintergarten oder anderen Innenräumen gehaltene Myrten empfindlicher auf Schädlinge und Krankheiten als Exemplare, die im Sommer im Freien gepflegt werden.  Häufiger sieht man Myrten vor allem Schildläuse und auf den Blattunterseiten die Larven und adulten Tiere der Weißen Fliege, besonders wenn die Myrte zu trocken gehalten wird.