Dahlien sind die unbestrittenen Königinnen des Spätsommers. Ihre Farbenpracht ist überwältigend. Die Formenvielfalt reicht von kleinen Pompons bis zu riesigen Kaktusblüten. Wer einmal vom Dahlienfieber gepackt wurde, kommt so schnell nicht mehr davon los. Doch die Vorfreude wird oft jäh gebremst. Man wartet auf das erste Grün. Aber nichts passiert. Oder die Pflanze kümmert vor sich hin. Das ist bitter. Die Schuld wird dann gerne beim Händler oder der Qualität der Knolle gesucht. Meistens liegt das Problem jedoch ganz woanders. Dahlien sind eigentlich pflegeleicht. Sie verzeihen aber keine groben Fehler beim Start.
Ungeduld ist der größte Feind des Gärtners
Der Frühling lockt mit den ersten warmen Sonnenstrahlen. Die Vögel zwitschern. Es juckt in den Fingern. Man möchte endlich loslegen und die braunen Knollen in die Erde bringen. Genau hier passiert der erste und vielleicht schwerwiegendste Fehler. Dahlien hassen Kälte. Sie sind extrem frostempfindlich. Wer sie zu früh in den kalten Boden setzt, riskiert alles. Ein einziger Spätfrost reicht aus. Die zarten Triebe erfrieren sofort. Die Dahlienknollen selbst können im kalten, nassen Boden Schaden nehmen. Man sollte unbedingt die Eisheiligen abwarten. Das ist meist Mitte Mai. Erst wenn keine Nachtfröste mehr drohen, darf gepflanzt werden. Wer früher Blüten möchte, kann die Knollen im Haus in Töpfen vorziehen. Aber ins Freiland gehören sie erst, wenn der Boden sich erwärmt hat. Geduld zahlt sich hier wirklich aus.
Nasse Füße bedeuten den sicheren Tod
Ein weiterer klassischer Fehler ist zu viel gut gemeinte Fürsorge beim Wasser. Manche Gärtner pflanzen die Knolle und schlämmen das Pflanzloch danach kräftig ein. Oder der Boden ist schwer und lehmig, sodass das Wasser nicht abfließen kann. Das Ergebnis ist Fäulnis. Die Knolle verfault einfach in der Erde, noch bevor sie Wurzeln schlagen kann. Dahlienknollen speichern Feuchtigkeit und Energie. Sie brauchen am Anfang kaum Wasser. Die Erde sollte locker und durchlässig sein. Bei sehr festem Boden hilft eine Handvoll Sand oder Kies im Pflanzloch. Das wirkt wie eine Drainage. Die Knolle wird nur flach mit Erde bedeckt. Und dann gilt eine eiserne Regel. Die Gießkanne bleibt stehen. Man gießt erst, wenn sich das erste Grün an der Oberfläche zeigt.
Ein Schattenplatz bringt keine Blütenpracht
Dahlien stammen ursprünglich aus Mexiko. Das sagt eigentlich schon alles über ihre Vorlieben aus. Sie sind absolute Sonnenanbeterinnen. Dennoch werden sie oft in halbschattige Ecken oder unter Bäume gepflanzt, um Lücken zu füllen. Das funktioniert leider nicht. Im Schatten entwickeln sich die Pflanzen schlecht. Sie wachsen lang und dünn nach oben. Gärtner nennen das Geilwuchs. Die Stiele sind schwach und brechen beim ersten Windstoß. Vor allem aber bleibt die Blüte aus oder fällt sehr mickrig aus. Zudem fühlen sich Schnecken im schattigen, feuchten Milieu besonders wohl. Die Dahlie wird dort schnell zum Festmahl. Suchen Sie daher den sonnigsten Platz im Garten aus. Mindestens sechs Stunden direkte Sonne sollten es sein. Je mehr Licht die Pflanze bekommt, desto kompakter wächst sie und desto üppiger wird das Blütenmeer im Herbst ausfallen.